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Sardinien (Sardegna) - ein kleiner Kontinent im Mittelmeer



Sardinien ist mit seiner 1840 km langen, faszinierenden Küste die zweitgrößte Insel Italiens und des Mittelmeers. Die Insel liegt nur 12 km von Korsika, 120 km von der Toskana und 185 km von der Küste Nordafrikas entfernt. Sardinien wurde im Laufe seiner Geschichte von Phöniziern, Karthagern, Römern, Aragonier und den Spaniern beherrscht. Da es immer wieder grausame Piratenüberfälle gab, wurden entlang der Küste viele Wachtürme errichtet, die heute noch zu sehen sind. Die Küste ist sehr unterschiedlich, hat steile Felsen, malerische Buchten und unzählige, traumhafte Strände mit feinem Sand und klarem Wasser. Entlang dieser einzigartigen Küste dominiert die Macchia mit einer sehr vielfältigen, mediterranen Vegetation. Im Landesinneren gibt es noch zahlreiche Wälder mit Pinien, Wacholder sowie Stein- und Korkeichen. Der Wacholder, die Symbolpflanze Sardiniens, ist auf der Insel sehr verbreitet, wächst an der hohen Felsküste, an Sanddünen und besonders dicht im Golf von Orosei. An den Steilküsten gibt es zahlreiche Schluchten, Grotten, Muränen und Höhlen. Das Klima ist ideal, schon ab April bis Ende Oktober ist es sommerlich warm, im Juli und August ist es dank einer ständigen Briese nie zu heiß und plötzliche Regenfälle treten kaum auf.

Die Nordküste Sardiniens gehört zur Provinz Sassari. Sie ist sehr zerklüftet mit steilen Felsenriffen, eindrucksvollen Buchten und bezaubernden Stränden. Entlang der gesamten Küste gibt es von Santa Teresa Gallura über Castelsardo bis nach Porto Torres und dann weiter bis Stintino eine herrliche Panoramastraße mit faszinierenden Ausblicken aufs Meer. Das Gebiet der Gallura hat eine wild zerklüftete Felsenküste mit unzähligen, eindrucksvollen Buchten und bezaubernde Strände. Der Küste vorgelagert ist die Inselgruppe mit La Maddalena, Caprera und vielen kleineren Inseln. An der Nordspitze befindet sich das Capo Testa und das großartige Städtchen Santa Teresa Gallura. In westlicher Richtung kommen die schönen Sandstrände von Vignola, Portobello und die Costa Paradiso. Zwischen Santa Teresa und Olbia liegt die berühmte Costa Smeralda mit Porto Cervo.

Die Westküste Sardiniens beginnt bei Stintino, ganz im Norden Siziliens und folgt einer fast geraden Nord-Südlinie. Sie ist bis auf den Golf von Oristano vorwiegend steil, hat eindrucksvolle Felsen sowie zahlreiche, malerische Buchten mit kleineren Stränden. Bei Porto Conte, nördlich von Alghero befindet sich ein großer Nationalpark. Von Alghero führt dann eine Küstenstraße nach Bosa, einer hübschen Stadt an der Flussmündung des Temo, einem der größten Flüsse Sardiniens. In Porto Alabe, südlich von Bosa endet die Küstenstraße. Weitere Informationen zu Bosa und der Umgebung finden Sie in den Ortsbeschreibungen. Von hier bis Oristano gibt bis auf ein kleines Stück bei Santa Caternia di Pittinuri keine Küstenstraße. Nördlich von Oristano befindet sich Halbinsel von Sinis und weiter im Süden die Costa Verde mit der schönen Marina di Arbus. Fast an der Südspitze Sardiniens sind die beiden Inseln San Pietro und San Antioco mit dem Golf di Palmas.

Die Südküste Sardiniens, zwischen dem Capo Teulada im Westen und dem Capo Carbonara im Osten, hat im Golf von Cagliari lange, wunderschöne Sandstrände, die sich in westlicher Richtung bis zum Capo Spartivento und Costa Sud, im Golf von Teulada hinziehen. Besonders im Golf von Cagliari sind die herrlichen Strände im Sommer gut besucht.

Die Ostküste Sardiniens wird von Touristen am meisten besucht, besonders im nördlichen Bereich mit der berühmten Costa Smeralda mit zerklüfteten Felsen, bezaubernden Buchten und einer großartigen, mediterranen Küstenlandschaft. An der Ostküste befinden sich einige der schönsten Stände Sardiniens. Zwischen S. Teodoro, südlich von Olbia, über Sinicola bis Orosei ist die Küste niedriger und hat kilometerlange, wunderschöne Strände mit feinem Sand. Im Golf von Orosei, durch den sich ein faszinierender Sandstrand zieht, beginnt eine beeindruckende Steilküste aus Kalkgestein, die wildeste von ganz Sardinien. Besonderer Anziehungspunkt ist die berühmte Grotte von Bue Marino, südlich von Cala Gonone. Von Arbatax verläuft die Küste dann fast in gerader Linie bis an die Costa Rei im Süden und hat bis auf einige, felsige Abschnitte lange, breite Strände mit Dünen. Von besonderer Schönheit ist der helle Sandstrand der Costa Rei.

Die Anreise: Von verschiedenen Fluglinien, u.a. von TUIfly werden inzwischen sehr günstige Flüge nach Sardinien angeboten und die Mietwagen sind ebenfalls preiswerter geworden. Da sich in den letzten Jahren auch die Situation der Straßen verbessert hat, sind die Verbindungen zwischen den großen Städten Sardiniens recht gut. Insofern ist es egal auf welchem Flughafen von Sardinien man landet oder mit der Fähre ankommt, die Anreise gestaltet sich zu allen Punkten der Insel relativ einfach. Sardinien wirkt auf der Landkarte größer als es in Wirklichkeit ist. An die Nordwestküste von Sardinien kommt man natürlich am schnellsten von Alghero über die Küstenstraße, die sich am Meer entlang windet. Hin und wieder trifft man auf Schafe, eine Herde Kühe oder auch Schweine die sich am Straßenrand nach Futter suchen. Aber auch von Olbia oder von Cagliari ist die Anreise mit dem Auto kein Problem.

Die Küche Sardiniens ist abwechslungsreich wie die sardische Landschaft. Sie hat neben dem Geschmack des Meeres die markanten Aromen der mediterranen Flora. Es gibt sowohl Gerichte alter Hirten- und Bauern- als auch alter Fischtradition. Die Rezepte lassen die Einflüsse von vielen Eroberern erahnen. Die Bauerntradition kennt die Verwendung vieler Getreidesorten vor allem für die Herstellung verschiedener Brotsorten, so das hauchdünne Carasau. Bei den Vorspeisen gibt es viele Eintöpfe auf Getreidebasis mit Gemüse und anderen Zutaten vom Land. Zu den Nudelgerichten gibt es in der Regel eine Soße mit Tomaten und Salsiccia. Sehr verbreitet sind in Sardinien die Malloreddus, kleine Muschelnudeln. Desweiteren findet man eine große Anzahl gefüllter Nudelgerichte und gefüllte Mürbeteigpasteten. Die Füllungen bestehen aus Spinat, Ricotta, Frischkäse, Gemüse und Fleisch. In der Fischküche wird der Fisch gegrillt oder als Suppe zubereitet, immer schlicht und naturbelassen. Das gilt auch für Krusten- und Weichtiere wie Langusten oder Muscheln, die schon seit der Vorgeschichte einen wichtigen Platz einnehmen. Aus der Hirtenkultur kommt der köstliche Braten vom Lamm, Zicke und Spanferkel, die lange über offenem Holzfeuer gedreht werden. Dazu wird Holz von der Steineiche, des Mastixstrauches und des Erdbeerbaums verwendet. Der Geschmack eines su porchettu a sa sarda, eines auf sardische Art zubereiteten Spanferkels ist unvergleichlich.

Die Weine Sardiniens sind dank der Natur und des Klimas von ausgezeichneter Qualität. Sardinien wird häufig auch als ein Weinberg im Meer bezeichnet, denn die Weintradition wurzelt tief in der Geschichte der Insel. Aus den cantine sociali, den Weingenossenschaften sowie den privaten, oft traditionsreichen Weingütern kommt ein Wein von hoher Qualität. Sehr häufig sind es Weinsorten aus kontrolliertem Anbau.