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Latium (Lazio)



Latium (Lazio) liegt im Mittelitalien und erstreckt sich von der südlichen Toskana entlang der Küste bis nach Kampanien. An der nordöstlichen bis südöstlichen Seite liegen die Regionen Umbrien, Marken, Abruzzen und Molise. Zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil von Latium liegt die italienische Hauptstadt Rom. Der Tiber kommt aus Umbrien, fließt durch Rom und mündet südwestlich von Rom ins Mittelmeer. Die nördlichste Stadt in Latium ist Viterbo, sie liegt zwischen Rom und dem Lago Bolsena, die südlichste ist Gaeta. Wenig Beachtung finden die Sabiner Berge, ein großartiges Gebiet Gebiet nordöstlich von Rom.

Latium Nord
Nirgendwo sonst in Italien gibt es eine solche Fülle an mittelalterlichen Orten wie im nördlichen Latium. Alle paar Kilometer stößt man auf ein idyllisches Dorf mit dicht aneinander gedrängten, verschachtelten Steinhäusern, die von einer Burg überragt werden. Oft haben diese Dörfer eine atemberaubende Lage auf einer Hügelkuppe, an einem Felsen oder am Rand einer Schlucht. Da es in diesem Gebiet keine verheerenden Erdbeben gab, sind die faszinierenden Ortsbilder bis heute erhalten geblieben. In jeder anderen Region der Welt wären sie Attraktionen erster Ordnung, hier aber, im Bannkreis von Rom, bleiben sie fast unbeachtet.

Zwischen Rom und dem Lago di Bolsena lag das Kerngebiet der Etrusker; auf die Spuren dieser ersten Hochkultur auf dem europäischen Festland stößt man im nördlichen Latium überall. Die unbestrittenen Höhepunkte ihrer Reise in dieses Gebiet sind Tarquinia, Cerveteri sowie die Felsnekropolen bei Viterbo. Viterbo ist die Stadt der Päpste und trotz bedeutender Kunstwerke, einer imposanten, mittelalterlichen Altstadt, dem Barock-Festival und der berühmten Antiquitätenmesse nur Italienkennern vertraut. Hinter einem gewaltigen, vollständig erhaltenen Mauerring verbirgt sich das historische Zentrum der Stadt mit einer Fülle an Sehenswürdigkeiten und reizvollen Winkeln. Viterbo ist kein Touristenort; hier erlebt man noch unverfälschtes, italienisches Alltagsleben.

Sabiner Berge
Bei den Sabiner Bergen, nur einen Katzensprung von Rom entfernt, denkt man natürlich sofort an den Raub der Sabinerinnen. Diese Gegend bietet vielfach noch Impressionen, die vergangenen Jahrhunderten entsprungen zu sein scheinen. Vielleicht liegt dies daran, dass die Touristenströme Richtung Rom - dem unwiderstehlichen Mittelpunkt aller Italienreisen - bisher an Sabina einfach immer nur vorbeizogen. In der Sabina finden Sie eine Landschaft vor, die romantische Maler, wie z.B. Claude Lorrain, durch ihre weiten Ausblicke und unverfälschten, mittelalterlichen Bergdörfer an schwer zugänglichen Anhöhen oder auf Bergrücken zu ihren berühmten Werken inspirierte. Es sind befestigte Ansiedlungen, die zu Beginn des 10. Jahrhunderts auf engstem Raum um eine Burg herum erbaut wurden. In der Renaissance wurden die Burgen von bedeutenden römischen Adelsfamilien in Castelli Palazzi umgewandelt. Die Sabina bietet daher ein besonders vielfältiges Panorama an eindrucksvollen Schlössern, Burgen und Palästen unterschiedlichster Größe, Architektur und Funktion, die vielfach auch den Aufstieg und Fall ihrer Besitzer dokumentieren. Schon die älteste römische Straße, die Via Saleria führte durch die Sabina, die römische Campagna.

Entlang dieser historischen Straße finden Sie beeindruckende Zeugnisse römischer Zeit. Es sind aber nicht nur die vielen historischen Erinnerungen, sondern auch die Ruhe, die diese malerische Landschaft ausstrahlt, und die Leute, die das nördliche Latium damals wie heute so anziehend machen. Die Sabina bietet darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten für körperliche Betätigung, wie z.B. Wandern, Reiten, Tennis oder Golf sowie ausgezeichnete Restaurants, die für das leibliche Wohl sorgen. Was auf den Tisch kommt, ist aus der Gegend und meist aus biologischem Anbau.

Terracina und dem Parco Nationale del Circeo
Im südlichen Latium, zwischen Rom und der mittelalterlichen Stadt Terracina, befindet sich die Potinische Ebene, bis vor siebzig Jahren ein noch kaum besiedeltes Sumpfgebiet. Die alte Via Appia Richtung Neapel führte hier am Rande vorbei. Entlang dieser alten Römerstraße finden Sie heute noch großartige, auf Hügeln erbaute Städte. Seit der Antike wurde immer wieder versucht, die Potinischen Sümpfe trockenzulegen, aber weder die Römer noch die Goten hatten damit dauerhaften Erfolg. Die Trockenlegung dieser römischen Maremmen stellte sich noch schwieriger dar als die der toskanischen: erst in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts ist sie endgültig gelungen. Systematisch wurde das sehr fruchtbare Gebiet für die Landwirtschaft erschlossen, es entstanden neue Städte, Dörfer und Straßen.

In nur 256 Tagen, im Jahre 1934, wurde am südlichen Ende der Potinischen Ebene, nahe Terracina die Stadt Sabaudia am Lago di Paola erbaut. Zur gleichen Zeit wurde um Sabaudia und dem Monte Circeo, einer steil aus der Ebene aufragenden und weithin sichtbaren Erhebung mit einer Höhe von 541 m, ein großer Nationalpark eingerichtet. Dadurch ist diese besonders reizvolle, in unmittelbarer Küstennähe liegende Landschaft bis heute weitgehend ursprünglich geblieben. Inmitten üppiger Vegetation finden sich, wie vor Jahrhunderten, die Weidegründe der Büffel, aus deren Milch der bekannte Mozzarella di Bufala hergestellt wird.

Trotz seiner Einmaligkeit ist dieses Gebiet in Deutschland wenig bekannt und wird immer noch wie ein Geheimtip gehandelt. Hier finden Sie auf einer Länge von über 20 Kilometern eine faszinierende Dünenlandschaft, feinsten Sandstrand und sauberes Wasser, wie es dies alles sonst nur noch auf Sardinien gibt. Dieser unverbaute Küstenstreifen hat eine Breite von zwei Kilometern und war einst eine große Lagune. Gleich hinter den Dünen erstreckt sich ein breiter Streifen der ursprünglichen Maremmen-Landschaft mit drei großen Seen und einer üppigen, faszinierenden Naturlandschaft.

Parco Nationale del Circeo
Im Parco Nationale del Circeo, der sich an diesen Küstenstreifen anschließt, können Sie im Schatten riesiger Pinien oder Eichen ausgedehnte Wanderungen oder Radtouren unternehmen. Hier sind auch noch Reste alter römischer Villen und die alte Wallfahrtskirche Santuario della Sorresca zu besichtigen. Am Hang des Monte Circeo liegt der Ort S. Felice Circeo, der sich seinen reizvollen, mittelalterlichen Ortskern mit farbigen Häusern, engen Gassen, unzähligen Natursteintreppen und den blumengeschmückten Balkonen bis heute bewahrt hat. Unterhalb des Ortes gibt es einen Yachthafen und eine große Anzahl von Villen und Residenzen, überwiegend im Besitz von wohlhabenden Römern. An dem zerklüfteten Felsvorsprung gibt es zahlreiche Grotten. In einer dieser Grotten soll die Circe aus der Odyssee mit den Irrfahrten des Odysseus gelebt haben.

Terracina
In Terracina angekommen, hat man Mittelitalien hinter sich gelassen und den Mezzogiorno, den Süden Italiens, erreicht. Das Klima hier ist im Winter sehr mild, so dass ganzjährig eine subtropische Vegetation mit Palmen, Kakteen, Eukalyptus- sowie Orangen- und Zitronenbäumen gedeiht. Terracina wurde bereits von den alten Römern als Ferienort sehr geschätzt. Deshalb findet man überall Reste von Gebäuden, Teile der Stadtmauer und der Tore sowie Plätze aus dieser Zeit. An vielen Stellen sind noch die alten römischen Straßen zu sehen. Die Karren, mit denen die Waren transportiert wurden, haben gewaltige Rillen hinterlassen. Besonders eindrucksvoll ist der große Platz im Centro Storico und der Tempel des Jupiter, eine weitläufige Kultstädte deren mächtige Ruinen sich weithin sichtbar oberhalb von Terracina befinden. Das untere, neue Zentrum der Stadt ist sehr belebt und bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zum Bummeln und Einkauf. Vom Hafen mit seinen vielen Fischerbooten gehen regelmäßig Fähren zu den vorgelagerten Potinischen Inseln. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und faszinieren durch ihre wild zerklüfteten Formen mit unzähligen Buchten, Klippen und Grotten sowie durch ihre außergewöhnliche Farbgebung. Von Terracina gibt es sehr gute und schnelle Zugverbindungen nach Rom. Ideal für eine Tagesausflug oder für Gäste, die ohne Auto anreisen wollen.

Sperlonga
Zwischen Terracina und Gaeta liegt, weithin sichtbar auf einem Felsen hoch über dem Meer, die Stadt Sperlonga mit ihren gekalkten Häusern, engen Gassen, unzähligen Bögen und alten Stadttoren. Sperlonga hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Badeort entwickelt. Nur einen Kilometer entfernt befindet sich die erst 1957 entdeckte Tiberius-Villa und ein Museum mit den an der Fundstelle ausgegrabenen Skulpturen. Von Terracina oder S. Felice Circeo gut zu erreichen sind auch die Pontinischen Inseln Ponza, Palmarola, Zannone, Gavi sowie Ventotene und S. Stefano. Die Inselgruppen sind vulkanischen Ursprungs und faszinieren durch ihre außergewöhnliche Farbgebung, die wild zerklüfteten Formen ihrer Buchten, Klippen und Grotten sowie durch ihre atemberaubende Landschaft, die fast ein Spiegelbild der den Inseln vorgelagerten Unterwasserlandschaft zu sein scheint.