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Kampanien (Campania)



Kampanien - der Name Campania bedeutet glückliche Landschaft und stammt von den Römern. Es ist eine fruchtbare Region, die an der Küste zwischen Latium und der Basilikata liegt, im Nordosten an die Molise und im Osten an Apulien grenzt. Die Hauptstadt von Kampanien ist Neapel. Zur Region Kampanien gehören die Inseln Capri, Ischia, und Procida sowie die Isole Pontine mit Ponza, Ventotene, Palmarola und Zannone. Besonders bekannt sind die Amalifiküste und die Sorrentina sowie der Parco Nationale di Cilento, südlich von Salerno. Die Landschaften Kampaniens sind sehr abwechslungsreich, Ebenen mit fruchtbarem Ackerland, über 2000 m hohe Gebirgszüge des Apennin, bizarre Felsenküste und lange Sandstrände. Im Landesinnern findet man ausgedehnte Wälder und Flüsse, die ganzjährig Wasser führen. Das Klima an der Küste und auf den Inseln ist ist ganzjährig mild und mediterran.

Die Flora Kampaniens ist sehr vielfältig und hat einen großen Artenreichtum. An der Küste findet man überwiegend immergrüne Macchia sowie Buschlandschaften mit Steineichen und Pinien besonders im Cilento. Im Landesinneren auch ausgedehnte Eichen-, Kastanien-, Buchen- und Pinienwälder. Neben vielen Regionalparks gibt es den großen Nationalpark Cilento und Vesuv sowie die Costeria Amalfitana, die zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die abwechslungsreiche Geschichte der Region und Neapels hat in Kampanien zahlreiche Spuren der Griechen, Etrusker, Samniten, Römer, Westgoten, Normannen, das Haus Anjou, die Aragonesen, die Spanier, Habsburger und Bourbonen hinterlassen. Im Jahr 1787 besucht Goethe den Golf von Neapel, 1806 besetzen die Truppen Napoleons Neapel und 1860 zieht Garibaldi siegreich in Neapel ein. Im gleichen Jahr stimmt die Bevölkerung für den Anschluss Kampaniens an das Königreich Italien, wovon die Region allerdings nicht profitiert, sie wird wirtschaftlich benachteiligt.

Einzigartige Einblicke in das Alltagsleben der Römer bieten die 79 n.Chr. vom Vesuv verschütteten und inzwischen ausgegrabenen Städte Pompeji und Herkulaneum. Die einzelnen Straßenzüge mit den einzelnen Gebäuden sind sind in eindrucksvoller Weise erhalten. Von den Griechen gibt es die Ausgrabungen von Velia und Cuma sowie die gut erhaltenen Tempel in Paestum.

Amalfiküste
Die Amalfiküste (Costiera Amalfitana) wird auch die göttliche Küste genannt, weil nach Meinung der alten Griechen das Meer an dieser Stelle von den Sirenen, die dort wohnten, verzaubert wurde. Ein Zauber, der auch die alten Römer erfasste, die an dieser Küste die schönsten Villen des Imperiums erbauten, und im Laufe der Zeit Persönlichkeiten wie Goethe, Wagner und Nietzsche fesselte. Nirgendwo sonst leuchten die Farben so anders und so klar wie an der Amalfiküste, die seit jeher beliebtes und elegantes Reiseziel zahlreicher prominenter Besucher ist.

Die kleinen, malerischen Orte, mit denen die Küste übersät ist, erscheinen wie Juwelen, die in ein kostbares Diadem gefasst sind. Hier wird jedes Detail zu einem Symbol: die Zitrusfrüchte, das Meer mit seinen unglaublichen Farbnuancen, zwischen dunkelblau und grün schimmernd, die zauberhaften, kleinen Strände, die Inseln, die weißen, rosaroten und gelben Häuser, die sich um winzige Häfen drängen. Die Faszination dieser Küste liegt jedoch nicht nur in den Orten, sondern auch in der Geschichte, die hier großartige Zeugnisse der Kunst und Kultur hinterlassen hat. Der Stolz und die Unabhängigkeit der reichen Patrizier machten den Sorrent im Mittelalter zu einem großen und autonomen Herzogtum. Die Zeugnisse ihrer Liebe zu Schönheit und Kultur findet man in den prächtigen Villen und alten Adelssitzen: wertvolle Möbel, feinstes Porzellan und seltene Gemälde. Die Liebe zum Schönen kennzeichnet auch heute noch die tägliche Arbeit der Bewohner.

Die Halbinsel ist fast so etwas wie ein Garten Eden und wird, wo immer möglich, landwirtschaftlich genutzt. Auf kleinen Terrassen, die sich in waghalsiger Höhe an den steilen Berghängen befinden, werden vor allem Zitronen angebaut. Dicht an dicht stehen die prall mit Früchten behangenen Bäume. Die gesamte Küstenlinie bietet ein grandioses Panorama und immer wieder ergeben sich überraschende Ausblicke auf großartige Küstenformationen und Sarazenentürme. Eine ganze Kette von Signaltürmen sicherte die Costiera Amalfitana im Mittelalter gegen Überfälle von See.

Sorrent
Die Halbinsel Sorrent (La Penisola Sorrentina) ist zu allen Zeiten von Künstlern, Dichtern und berühmten Reisenden gemalt, beschrieben und besungen worden. Die Küste ist zerklüftet, hat tiefe Schluchten und zauberhafte Buchten mit kleinen Stränden. Das Landesinnere hat eine einzigartige und abwechslungsreiche Naturlandschaft mit hohen Bergen und großartigen Tälern. Auf unzähligen Terrassen, die von Trockenmauern gehalten werden und bis zum Meer hin abfallen, gibt es herrliche Gärten in denen Orangen, Zitronen, Oliven und Wein angebaut werden. Das Klima auf dieser weit ins Meer hineinragenden Landzunge ist fast das ganze Jahr über mild und trocken.

Es ist somit eine ideales Urlaubsziel für jede Jahreszeit. Die alten Griechen waren so begeistert von der Schönheit dieser Gegend, dass sie glaubten, in diesem Meer hier würden die Sirenen leben, deren betörendem Gesang niemand widerstehen konnte. Dem Mythos sind auch die Römer verfallen. Sie haben eine Straße bis zum äußersten Punkt, dem Punta Campanella gebaut und am Meer Landeplätze, Fischteiche und Thermalbecken bei ihren prächtigen Villen angelegt. Die gesamte Landspitze ist seit 1997 ist ein großes Naturschutzgebiet mit einem 40 km langen Küstenstreifen.

Es gibt in der Umgebung von Massa Lubrense über 100 km Wanderwege mit guten Markierungen. Sie schlängeln sich durch Zitronen- und Olivenhaine, Pinienwälder und duftender, mediterraner Macchia, vorbei an alten Bauernhäusern, archäologischen Stätten sowie malerischen Buchten mit kleinen Stränden. Die Halbinsel hat eine ausgezeichnete Infrastruktur mit einem guten Verkehrsnetz für Ausflüge mit dem Bus, der Bahn oder dem Schiff nach Neapel, Pompeji, Herkulaneum, den Vesuv, die Amalfiküste, nach Capri, Ischia oder Procida.

Cilento
Der Cilento ist das Schatzkästchen, das das alte Herz Kampaniens und dessen einmalige Atmosphäre einer im Laufe der Zeit unverändert gebliebenen Erde in sich birgt. Noch heute bewahren sich viele kleine Dörfer ihren ursprünglichen Zauber durch alte Steine und unberührte Szenerien. Es ist gewiss kein Zufall, dass sich im Cilento so außerordentlich wertvolle Zeugnisse wie Paestum, Velia und die Kartause von Padula sowie einmalige Naturschätze befinden. Ein grüner Mantel aus Wäldern lichtet sich zum Meer hin, das in glühenden Farben schimmert und an dessen Küste unzählige kleine Orte verstreut liegen. Heute bietet sich dem Feriengast eine perfekte Kombination aus Geschichte, antiken Traditionen, zauberhafter Natur und einer einfachen, unverfälschten und aus Tradition herzlichen Gastfreundschaft der Bewohner.

Wenige Kilometer von Paestum entfernt, liegt am Fuße von Castellabate mit den Orten Santa Maria und San Marco, ein bezaubernder Teil der Cilento Küste. Normannen, Franzosen, Byzantiner, Spanier, Sarazenen und feudale Herren wechselten sich im Laufe der Jahrhunderte dort als Herrscher ab und hinterließen ihre Spuren.

Die antike, mittelalterliche Stadt Castellabate, mit den engen, einzigartigen Gassen und kunstvoll gestalteten Bögen ist reich an Zeugnissen einer glanzvollen Geschichte. In dem kleinen, hübschen Städtchen Acciaroli, nur einige Kilometer weiter südlich hatte sich 1953 der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway für 3 Monate einquartiert. In Acciaroli traf Hemingway in dem Fischer Antonio Masarone auf d e n alten Mann, der als das Vorbild für seinen eigenen, später weltberühmten alten Mann Santiago aus dem Roman Der alte Mann und das Meer dienen sollte. Hemingway beschrieb Masarone/Santiago mit folgenden Worten: Alles an ihm war alt bis auf die Augen, und die hatten die gleiche Farbe wie das Meer und waren heiter und unbesiegt. Obwohl der Romanheld Santiago Kubaner ist, reiste Hemingway nicht etwa in die Karibik, um seinen alten Mann zu finden, sondern hierher, ins Cilento.

Ischia
Ischia ist eine Insel mit einer Jahrtausende alten Kultur, faszinierenden Landschaften und traumhaften Buchten mit wunderschönen Stränden. Wegen der üppigen, mediterranen Vegetation und der ausgedehnten Pinienwälder wird Ischia auch "Isola Verde", die grüne Insel, genannt. Im Frühjahr bedeckt eine wahre Blütenpracht die Insel, die ideale Zeit für Wanderungen und Entdeckungen. Das gesunde Klima, die Fruchtbarkeit des Bodens, die zahlreichen Thermalquellen und die wallenden Aktivitäten im Meer verborgener Vulkane sind die Besonderheiten der Insel und haben Reisende, Intellektuelle, Seeräuber, Fürsten und Könige seit der Antike angelockt und in ihren Bann gezogen. Ganz gleich, wo man sich im Golf von Neapel aufhält, den Epomeo, Ischias höchsten Gipfel, hat man immer im Visier. Ob man von Neapel oder von Pozzuoli per Tragflügelboot oder Fähre anreist, die Fahrt ist immer ein Erlebnis, das für die meisten Reisenden viel zu schnell zu Ende geht.

Ischia Porto, der Hafen Ischias, ist heute das lebendige Zentrum der Insel. Ischia Ponte ist die alte Inselhauptstadt und bildet mit dem trutzigen Castello Aragonese, seinen zahlreichen Fischerhäusern am Ufer und dem Fischerhafen einen idyllischen Gegenpol zum betriebsamen Ischia Porte. Ponte ist der Ort der Fischer geblieben, die sein Gesicht nach wie vor mit ihren Booten und Netzen sowie ihren bescheidenen Häusern bestimmen. Das ganze Ambiente wirkt sehr mediterran und einladend, vor allem am Abend, wenn die ersten Lichter erleuchten.

Forio ist zu jeder Jahreszeit belebt, bietet in der Citara-Bucht und in San Francesco herrliche Sandstrände und mit den Poseidon-Gärten die größten und schönsten Thermalanlagen von Ischia. Besonders reizvoll ist die Altstadt mit ihren engen Gassen, den malerischen Winkeln und hübschen Häusern mit arabischem Einschlag in ihrer Architektur. Die Umgebung der Stadt besticht durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Weinbergen, unzähligen kleinen Gemüse- und Obstgärten sowie durch ihre üppige, wildromantische Vegetation. Im Hinterland erhebt sich eine zerklüftete Berglandschaft, bedeckt mit undurchdringlicher, mediterraner Macchia. Hier finden Sie den idealen Ausgangspunkt für ausgedehnte, erlebnisreiche Wanderungen.