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Apulien (Puglia)



Apulien (Puglia) erstreckt sich entlang der Adria und einer südlichen Halbinsel zwischen zwei Meeren. Durch seine außergewöhnliche geographische Lage bezüglich dem Balkan und Griechenland wurde Apulien von der mykenischen Kultur beeinflußt, noch bevor diese in Griechenland ihren Höhepunkt erreichte. Die großgriechische Zeit bedeutete für Apulien Fortschritt und Blüte seiner Kultur. Einfluß auf die Entwicklung dieser Region hatten aber auch die Hohenstaufen, Anjou und die Argonier. Die geographische Lage brachte allerdings auch erhebliche Nachteile durch häufige Plünderungen und Zerstörungen. Die Normannen versuchten mit dem Bau von Kathedralen und Klostern Apulien die romanische Kultur und deren Liturgie zu unterbreiten, das bis Dato zutiefst mit der griechischen Kultur verbunden war. Unzählig sind in dieser Region die Beispiele an Umwandlungen der Monumente von einem zum anderen religiösen System. Eines der Beispiele hierfür ist Bari mit der romanischen Kirche sowie die noch heute bestehende orthodoxe Basilika. Die unzähligen Kathedralen würden als Visitenkarte ausreichen, Apulien und seine Bewohner zu verstehen. Es ist bekannt, dass sich die Geschichte der Burgen durch viele Jahrhunderte windet und dabei auf Kulturen und Völker trifft, deren Zauber noch heute wahrzunehmen ist.

Um sich gegen Plünderungen zu schützen, entstanden überall auf dem Land befestigte Bauernhöfe, meistens mit einem Turm. Es war eine ganz bestimmte Bauweise, die der Sicherheit und zum Schutz diente. Die herrschaftliche Variante dieser ländlichen Architektur war die "Masseria", ein großer, apulischer Gutshof. Die Masseria verwaltete meist ein riesiges Territorium auf dem es neben der Landwirtschaft und Viehzucht, weitläufige Obst-, Oliven- und Weinplantagen gab. Diese Besitzungen waren jahrhundertelang in Händen des Adels, es herrschte ein streng feudalistisches Erbpachtsystem. Die vorwiegend flache apulische Landschaft ist seit ältester Zeit Agrarland mit fruchtbaren Feldern, Weinbergen und Olivenhainen soweit das Auge reicht. Die oft uralten, knorrigen Olivenbäume (teilweise sind sie über 600 Jahre alt) sind imposante Kunstwerke der Natur. Diese markant geformten, riesigen Bäume müßten eigentlich das Wahrzeichen Apuliens sein. Sie stellen mit Abstand die wichtigste Kulturpflanze dar und prägt mit ihrer unverwechselbaren Erscheinung das Gesicht dieser Region.

Auf der Hochebene der Murgia, südlich von Bari, in der Umgebung von Ostuni, Locorotondo und Alberobello ist das Gebiet der berühmten Trullis, der mörtellosen Steinhäuser mit ihren Zipfelmützen. Sie liegen inmitten einer faszinierenden Landschaft mit sanften Hügeln die von Obst- und Gemüsegärten, Olivenhainen und Weinbergen überzogen sind. Die Trullis sind ein offensichtliches Beispiel von Fantasie und heute das Symbol von Apulien. Die kleine, zauberhafte Stadt Alberobello ist mit ihren beiden Trulli-Vierteln Ala Piccola und Rione Monti, die unter dem Schutz der UNESCO stehen, unangefochtene Trullikönigin.